
In der vorigen Woche kündigte das deutsche Familienunternehmen Viessmann, den Verkauf seiner Wärmepumpen-Sparte (rd. 85% des Gesamtumsatzes) um kolportierte € 12 Mrd. an den amerikanischen Klimatechnik-Konzern Carrier.
Es dauerte nicht lange bis zum Aufschrei der Politik zum bevorstehenden Ausverkauf deutscher Zukunftstechnologie. Aber ist das wirklich so einfach?
Dazu lohnt sich zunächst mal ein Blick auf den Kaufpreis, der mit 4 X Umsatz stolze Dimensionen zeigt. Gleichzeitig wird damit aber auch die Bedeutung dieser Sparte für den Käufer deutlich, der sich selbst im Umbruch befindet. Carrier erkauft sich mit dem Kauf von Viessmann den Vertriebs-Zugang zum bis dato kaum erschlossenen deutschen Markt, der vorwiegend über Handwerksbetriebe läuft, die tendenziell neuen Herstellern skeptisch gegenüberstehen.
Und Viessmann? Abseits des Kaufpreises dürfte auch der notwendige und kapitalintensive Ausbau der Produktionskapazitäten im Zuge der Transformation der Energieversorgung der deutschen Haushalte eine wesentliche Rolle spielen. Hier wurde lange auf die Versorgung mit Erdgas gesetzt, weshalb sich technologische Innovationen wenig rentierten. In diesen Zukunftsmarkt drängen aber nun auch Mitbewerber aus Asien mit teilweise günstigeren und innovativeren Lösungen, was einen lukrativen Verkauf zum aktuellen Zeitpunkt noch attraktiver macht.
Es empfiehlt sich demnach immer auch einen Blick auf die Strategie hinter einer M&A- Transaktion, bei deren Vorbereitung auch Brauneis & Partner unterstützen kann.